Guinness

Wer Guinness nur als „Bier“ bezeichnet, hat es vermutlich noch nicht getrunken. Sicherlich ist auch Guinness nur ein Stout, doch für die Iren ist es viel mehr als das. Es ist Ausdruck des Lebensgefühls der Iren, sozusagen, die „Irische Seele in einem Glas“. Guinness wird heute in verschiedenen Ländern gebraut und ist in 5 verschiedenen Sorten erhältlich.

Guinness wurde 1956 von Sir Arthur Guinness in Dublin erstmalig gebraut. Seit 1759 wird es an der St. Jame’s Gate in Dublin gebraut, hier gibt es auch ein Guinness Museum. Arthur Guinness hat es geschafft, mit Guinness Ende des 18. Jh. die größte Porter- und Stout-Brauerei der Welt zu erschaffen. Traditionell ist Guinness dunkel, schwarz oder rot. Es gab vor einigen Jahren einmal die Idee zu einem hellen Guinness, dem „Guinness Gold“ – Geschmackstests in den Pubs Irlands ließen das Unternehmen von dieser Idee schnell abgehen, denn die Iren konnten sich mit dem Gedanken, ein „nicht-schwarzes“ Guinness zu trinken, nicht anfreunden.

Heute gibt es 5 weltweit erhältliche Sorten. Guinness Red ist die neueste Errungenschaft, die es seit einigen Jahren in Großbritannien gibt. Guinness Foreign Extra wird hauptsächlich in Übersee getrunken, Guinness Extra Stout ist das Getränk, das dem ursprünglichen Guinness noch am nächsten kommt. Guinness Extra Cold ist das Original Guinness mit einer besonderen Kühlung. Daneben kann man in vielen Ländern auch Guinness Draught kaufen. Dieses bezeichnet das Bier, wenn es in Dosen oder Flaschen abgefüllt ist. Die Dosen haben übrigens einen besonderen, von Guinness patentierten Verschluss: da die Schaumkrone für Guinness typisch ist (man sagt: „das Guinness muss sich setzen; das schwarze Bier muss undurchsichtig sein, der Schaum muss sich klar abgrenzen) wurde ein Verschluss entwickelt, der diese Schaumkrone auch dann garantiert, wenn man das Bier von der Dose in ein Glas umfüllt.

Ironischerweise schmeckt Guinness nicht überall gleich. So ist das Bier in Irland und England schon unterschiedlich, in Deutschland erhält man meist die englische Version. Darüber hinaus gibt es international verschiedene Zusammensetzungen, die einen leichten Unterschied im jeweiligen Guinness aufweisen. Generell besteht Guinness jedoch aus 30% Kohlensäure, 70% Stickstoff und „ganz viel irischer Seele“.

Wer sich genau über die Geschichte des irischen Volksgetränks informieren will, kann dies in Dublin tun. Hier befindet sich das Guinness Storehouse. Dieses Museum erzählt von der über 250-jährigen Geschichte des Bieres. Es befindet sich auf dem Gelände der Bierbrauerei an der St. Jame’s Gate. Früher war es eine Fermentationshalle. Und natürlich darf nicht nur geschaut, sondern auch genossen worden. Zum Storehouse gehört die Gravity Bar, in der man ein Pint Guinness kostenlos erhält – das Getränk ist im Eintrittspreis enthalten.

Das legendäre obergärige GuinnessÒ gehört heute zu den bekanntesten Bieren der Welt und ist ein Synonym für irischen Lebensstil und irische Lebensfreude. Deshalb schmeckt es auch am besten frisch vom Fass als „Guinness Draught“ mit 4,2%Vol. in einem der zahlreichen Pubs in Irland. Hier treffen sich die Menschen zum Reden, zum Musizieren und zum fröhlich sein. Während Pubs in irischen Städten eine sehr beliebte Zwischenstation für Touristen sind, bleiben in den ländlicher gelegenen Pubs die Einwohner mit ihren perfekt gefüllten Pints meist unter sich.

Wer keine Gelegenheit hat, sich sein GuinnessÒ frisch zapfen zu lassen, kann eine Flasche „Guinness Extra Stout“ in Augenschein nehmen. Ihr Etikett kündet von einer Brauereitradition, die im Jahre 1759 ihren Anfang nahm und sich standesgemäß mit einer Harfe, dem ältesten irischen Musikinstrument, schmückt.

Der unvergleichliche frisch herbe Geschmack eines GuinnessÒ vom Fass ist ein genießerisches Gesamtkunstwerk. Die beste Braugerste der Welt wächst in Irland und das seidenweiche Quellwasser wird von den Wicklow Mountains direkt in die Brauerei gepumpt. Deshalb können irische Braumeister buchstäblich aus dem Vollen schöpfen und ihrem GuinnessÒ seinen einmaligen Charakter verleihen.

Die typische dunkle Farbe von GuinnessÒ lässt manchen Zapfer in irischen Pubs zum bildenden Künstler werden. Wenn sein Handwerk versteht, zelebriert hier die Entstehung eines perfekten Pints. Der Schaum über dem vollendet gezapften GuinnessÒ hat dann zunächsteine appetitliche braune Färbung und verwandelt sich nach kurzer Zeit zu einer cremigen weißen Schaumkrone, die sanft auf dem dunklen Bier wogt. Diesen faszinierenden Verwandlungsprozess sollte man das Auge in aller Ruhe genießen lassen, bevor der Geschmackssinn zu seinem Recht kommt.

Interessantes:
Auch sehr lecker und irischen Ursprungs sind Cocktails mit Whiskey!