Leben und arbeiten in Irland als deutscher Staatsbürger

Wer als europäischer Ausländer nach Irland ziehen will, hat relativ gute Aussichten für eine rosige Zukunft. Man braucht als deutscher Staatsbürger weder eine Aufenthalts- noch Arbeitsgenehmigung. Das macht den Einstieg sehr einfach.

Doch auf was muss man sich einstellen? Die Vielfalt der irischen Küche hält sich in Grenzen. Das bedeutet, dass in den meisten Restaurants neben Pommes Frites und Kartoffeln sowie einigen Fleischgerichten, nicht viel an speziellen irischen Gerichten angeboten wird. Auch das berühmte Gericht ,,Irish Stew“ findet man weniger oft als erwartet. Was das gewöhnliche irische Frühstück angeht, muss sich der gebürtige Deutsche kaum umstellen.

Der irische Arbeitsmarkt unterscheidet sich jedoch stark vom Deutschen. Während Irland früher eher zu den ärmeren Ländern Europas gehörte, boomt der Arbeitsmarkt seit den 90er Jahren deutlich. Eine Arbeitslosenquote von knapp 4 % spricht für sich. Auch wenn jährlich viele Jobs geschaffen werden und gerade im Sommer ein großer Bedarf an Kurzzeitarbeitern herrscht, sollte man nicht zu viel erwarten. Die Verdienste liegen unter dem deutschen Durchschnitt. Und als deutscher Bewerber wird man in der Regel nicht bevorzugt, es sei denn, dass gerade jemand mit einer perfekten deutschen Aussprache gesucht wird. Weiterhin muss man sich als zukünftiger Bewohner und Arbeiter in Irland vor Augen halten, dass die Wohnkosten über dem deutschen Durchschnitt liegen. Eine Wohnung bekommt man nur mit Glück für etwa 650 €. Meist sind sie noch teurer. Ein Großteil der ,,Gastarbeiter“ in Irland nimmt sich nur ein Zimmer und lebt so in einer Art Gemeinschaft mit anderen Arbeitern. Man sollte die Vor- und Nachteile also gut abwiegen. Denn auch wenn Irland ein schönes und interessantes Land ist, sollte man ausreichend Realitätssinn besitzen und ehrlich zu sich sein, ob es wirklich das ist, was man will.