Sprachtherapie „made in Ireland‘“- Pfarrer Christopher „Flynnie“ O’Flynn aus Cork

Nicht zuletzt durch den Kinofilm „The King’s Speech“, der das Sprachproblem des englischen Königs Georg VI. thematisierte, ist das Stottern wieder zu einem wichtigen Thema in der Gesellschaft geworden. Die wenigsten Menschen wissen jedoch, dass ein bedeutender Meilenstein in der Behandlung des Stotterns auch aus Irland kam. Maßgeblich beteiligt war der aus Cork stammende Pfarrer Christopher „Flynnie“ O’Flynn.

König George VI. konnte die Errungenschaften von Pfarrer O’Flynn leider nicht mehr nutzen, doch die Erfolge, die O’Flynn mit seiner Methode erzielte, sprechen für sich. In seiner eigens gegründeten Schule „The Loft“ half er Stotterern durch Schauspielerei, Musik und Philosophie, eine flüssige Sprechweise zu erlernen. Dabei verwendete er die wohl schwersten Stücke der Welt: Er selbst war Shakespeareliebhaber und unterrichtete sprachgestörte Kinder mit Hilfe von Shakesspeare-Stücken. So studierten an der Drama-School des Reverent zahlreiche sehr gute, irische Schauspieler.

Seine Sprachtherapie fußte auf der Annahme, dass ein Laut die Grundlage für jedes Wort darstellt. Diese Resonanz in Verbindung mit der Entwicklung des Gaumenmuskulatur, der richtigen Körperhaltung und der richtigen Atmung waren die Grundlagen der Sprachtherapie, die er mit Hilfe bestimmter Laute und den Stücken von Shakespeare mit großem Erfolg umsetzte. Dieser Therapieansatz muss vom Stotterer kontinuierlich durchgeführt werden. Die veränderte Atmung und die Körperhaltung sorgen für eine langfristige Besserung und Vermeidung des Stotterns.

Neben seinem Lebenswerk, der Schauspielschule und der Behandlung von Sprachfehlern, engagierte sich Reverent O’Flynn auch für die Armen und Bedürftigen der Stadt Cork. Überall bekannt ist noch heute seine selbstlose Arbeit. So ist von ihm überliefert: „Whether it was giving out money, washing the floor or keeping people in order – Fr. O’Flynn was the man for the job.“

Heute wird an verschiedenen Stellen an Pfarrer Flynnie erinnert. Im Jahr 2012 begeht man den 50. Todestag des Sprachtherapeuten. Eine Statue zu seinem Gedenken kann man beispielsweise in Passage West, Co. Cork, und in der Passage West Church seine Grabstelle finden.